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OUT OF BRAIN

von Axel Hillebrandt

Gleichstellung ist keine Rache

KI Illustration zweier Personenpaare auf zwei Ebenen: Links steht ein Mann oben, während eine Frau unten nach oben greift („Past Injustice“). Rechts steht eine Frau oben, während ein Mann unten nach oben greift („Present Injustice“). Die Grafik visualisie

Es gibt ein Problem über das man nicht spricht. Weil man nicht darf. Weil man sofort in eine Ecke gestellt wird in die man nicht gehört. Weil die Diskussion vergiftet ist, bevor sie beginnt.

Aber das Problem existiert trotzdem.

Es gibt Frauen in Führungspositionen die Männer entlassen. Nicht weil sie schlecht arbeiten, sondern weil sie Männer sind. Die Stellen streichen um Platz für Frauen zu schaffen. Die Quoten erfüllen ohne zu fragen ob die Person die geht, eine Familie hat. Ohne zu fragen, ob die Person die kommt qualifiziert ist. Ohne zu fragen, ob das was sie tun gerecht ist.

Es geht ihnen nicht um Gleichstellung. Es geht ihnen um Macht. Und um Rache. Rache an der Männerwelt?

Das ist keine Theorie. Das passiert. Ich habe es erlebt, gesehen, kritisiert. Männer werden intrigant gefeuert, weil eine neue Führungskraft beschlossen hat dass das Team "diverser" werden muss. Aber war das offensichtlich kommuniziert? Ich habe erlebt wie kompetente Mitarbeiter ersetzt werden, nicht weil sie schlecht waren, sondern weil sie das falsche Geschlecht hatten. Ich habe anschließend verfolgt wie Familien leiden, weil jemand beschlossen hat dass Gleichstellung wichtiger ist als Gerechtigkeit.

Und ich habe neutral erlebt, dass es niemanden interessiert.

Weil es Männer sind. Weil man annimmt dass Männer keine Opfer sein können. Weil man annimmt dass sie schon einen neuen Job finden werden. Weil man annimmt dass ihre Familien nicht leiden, nur weil ein Mann seinen Job verliert.

Aber das stimmt nicht.

Ein Mann, der seinen Job verliert hat genauso eine Familie wie eine Frau, die ihren Job verliert. Er hat Kinder. Er hat Verantwortung. Er hat vielleicht eine Tochter, die nicht versteht warum ihr Vater plötzlich zu Hause sitzt und keine Arbeit findet. Weil niemand ihn einstellt, weil er ein Mann ist und die Quote erfüllt ist.

Das ist keine Gleichstellung. Das ist Diskriminierung. Und sie ist nicht weniger falsch, nur weil sie diesmal Männer trifft.

Richard David Precht hat das ausgesprochen. Und wurde dafür zerrissen.

Er hat gendergerechte Sprache als "eine der dümmsten Ideen unserer Zeit" bezeichnet. Er hat gewarnt vor einer "Sprachpolizei", die Moral über Substanz stellt. Er hat kritisiert dass politische Debatten schnell in ein "Frauen vs. Männer" Schema kippen und Männer dabei als Hauptproblem markiert werden. Und er hat gesagt was viele denken, aber nicht aussprechen: Dass Kritik an Frauen oft nicht mehr sachlich diskutiert werden darf, sondern sofort als Frauenfeindlichkeit gelesen wird.

Als er Annalena Baerbock als "Fehlbesetzung" bezeichnete und sagte, sie sei auch deshalb so stark verteidigt worden, "weil sie eine Frau ist", wurde ihm Sexismus vorgeworfen. Frauenfeindlichkeit. Patriarchales Denken.

Aber er hatte recht.

Nicht in allem. Aber in dem Punkt dass Gleichstellung nicht bedeuten darf dass man Kritik verbietet, nur weil sie sich gegen eine Frau richtet. Dass Gleichstellung nicht bedeuten darf dass man Kompetenz ignoriert, nur um eine Quote zu erfüllen. Und dass Gleichstellung nicht bedeuten darf, dass man Männer pauschal abwertet, nur weil sie Männer sind.

Precht hat den Mut das auszusprechen. So wie einst Alice Schwarzer den Mut hatte auszusprechen, was Frauen jahrzehntelang erlebt haben. Schwarzer hat gekämpft gegen Ungerechtigkeit. Gegen Diskriminierung. Gegen ein System, das Frauen systematisch benachteiligt hat.

Und sie hatte recht.

Aber was heute passiert ist nicht die Fortsetzung dieses Kampfes. Es ist die Umkehrung. Es ist die gleiche Diskriminierung nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Ich bin nicht gegen Frauen in Führung. Im Gegenteil. Ich hatte in einer Stelle nur weibliche Führungskräfte unter mir. Nicht weil ich eine Quote erfüllen wollte. Sondern weil sie gut waren. Weil sie die richtigen Fragen stellten. Weil sie die Teams verstanden. Weil sie führen konnten.

Aber ich habe auch gesehen wie Frauen in Führungspositionen kommen, nicht weil sie gut sind, sondern weil sie Frauen sind. Und wie sie dann das tun, was ihnen jahrelang angetan wurde. Sie diskriminieren. Sie bevorzugen. Sie schaffen Männer ab, nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie das können.

Und sie nennen es Gerechtigkeit.

Aber Gerechtigkeit ist keine Rache. Gerechtigkeit ist keine Umkehrung von Ungerechtigkeit. Gerechtigkeit ist die beste Person für den Job zu nehmen. Unabhängig vom Geschlecht. Unabhängig von der Quote. Unabhängig davon, wer in der Vergangenheit benachteiligt wurde.

Wenn man einen Mann entlässt um eine Frau einzustellen, ist das keine Gleichstellung. Es ist Diskriminierung. Es ist das Gleiche was Frauen jahrelang erlebt haben. Nur umgekehrt.

Und es ist nicht weniger falsch, nur weil es diesmal Männer trifft.

Es gibt Führungskräfte die das nicht verstehen wollen. Die sagen: Männer hatten lange genug ihre Chance. Jetzt sind wir dran. Die sagen: Gleichstellung bedeutet dass Frauen bevorzugt werden müssen, bis die Balance stimmt. Die sagen: Es ist uns egal, was mit den Männern passiert die wir entlassen. Sie hatten ihre Zeit.

Aber das ist keine Gleichstellung. Das ist Ideologie. Und Ideologie ist blind. Sie sieht nicht die Menschen. Sie sieht nur Kategorien. Sie sieht nicht den Mann der seinen Job verliert, sondern das Geschlecht das zu lange privilegiert war. Sie sieht nicht die Familie, die leidet, sondern die Quote die erfüllt werden muss (für sie).

Und sie sieht nicht, dass sie das Gleiche tut was sie bekämpfen will.

Precht hat das Männerbild kritisiert das in dieser Debatte entsteht. Männer als Kollektiv abgewertet. Männer als Problem markiert. Männer als die, die weichen müssen, damit Gerechtigkeit entsteht.

Aber Männer sind keine Kategorie. Sie sind Menschen. Mit Familien. Mit Töchtern. Mit Verantwortung. Und mit Verletzlichkeit.

Es gibt "sogar" Männer die an Brustkrebs erkranken (Gleichberechtigung olé). Aber Männererkrankungen werden in der öffentlichen Wahrnehmung auf die Prostata reduziert. Es gibt Männer die unter toxischen Rollenbildern leiden. Aber sie werden nicht gesehen, weil man annimmt dass Männer keine Opfer sein können. Es gibt Männer die ihre Jobs verlieren, weil sie Männer sind. Aber sie werden nicht gehört, weil man annimmt dass sie schon zurechtkommen.

Aber das stimmt nicht. Männer sind keine Kategorie. Sie sind Menschen. Und wenn man sie entlässt, nur weil sie Männer sind, ist das keine Gerechtigkeit. Es ist Ungerechtigkeit.

Ich habe mich mit Führungskräften ausgetauscht die offen sagen, dass sie keine Männer mehr einstellen. Nicht weil sie keine guten Kandidaten finden. Sondern weil sie beschlossen haben dass Männer nicht mehr gebraucht werden.

Das ist keine Gleichstellung. Das ist Sexismus. Und es ist nicht weniger falsch, nur weil er sich gegen Männer richtet.

Ich habe eine Szene erlebt die mich bis heute verfolgt. Eine Führungskraft wurde regelrecht auseinandergenommen. Beschuldigt. Und dann entlassen. Er war gut. Er war engagiert. Er hatte ein Team, das ihn respektierte. Aber er wurde entlassen, weil die neue Führungskraft beschlossen hatte, dass das Team "diverser" werden muss und das ein Störfeuer leitet.

Das ist keine Gleichstellung. Das ist Grausamkeit. Und sie ist nicht weniger grausam, nur weil sie im Namen der Gerechtigkeit, der Frauenquote geschieht.

Precht wird für seine Kritik angegriffen. Man wirft ihm vor, er relativiere strukturelle Benachteiligungen von Frauen. Man wirft ihm vor, er bediene patriarchale Rollenmuster. Man wirft ihm vor, er sei testosterongetrieben, herablassend, frauenfeindlich.

Aber das ist nicht wahr. Precht kritisiert nicht Frauen. Er kritisiert ein System das Gerechtigkeit durch Ideologie ersetzt. Das Menschen durch Kategorien ersetzt. Das Kompetenz durch Quoten ersetzt.

Und er hat den Mut das auszusprechen. So wie Schwarzer einst den Mut hatte auszusprechen was Frauen erlebt haben.

Der Unterschied ist: Schwarzer wurde dafür gefeiert. Precht wird dafür zerrissen.

Weil man über Männer nicht so reden darf, wie man über Frauen reden durfte. Weil man Männer nicht als Opfer sehen darf. Weil man nicht kritisieren darf, wenn Männer diskriminiert werden.

Es ist das gleiche Muster, das ich in meinem Artikel über Inklusion beschrieben habe. Man konzentriert sich auf Symbolpolitik, während die, die wirklich Unterstützung brauchen, unsichtbar bleiben. Man diskutiert über Sternchen, während Menschen mit Behinderungen keinen Mindestlohn erhalten. Man feiert Quoten, während Männer ihre Jobs verlieren und niemand fragt was mit ihren Familien passiert.

Das ist keine Gerechtigkeit. Das ist Heuchelei. Man tut so, als würde man sich kümmern. Aber man kümmert sich nur um die, die gerade im Fokus stehen. Um die, die laut sind. Um die, die sichtbar sind.

Die anderen bleiben unsichtbar. Die Männer, die entlassen werden. Die Familien, die leiden. Die Töchter, die nicht verstehen warum ihr Vater plötzlich zu Hause sitzt.

Aber auch sie verdienen Gerechtigkeit. Auch sie sind Menschen. Auch sie haben Würde.

Und wer das nicht sieht, hat nicht verstanden was Gleichstellung bedeutet.

Aber das muss sich ändern.

Gleichstellung bedeutet nicht, dass man Ungerechtigkeit umkehrt. Gleichstellung bedeutet dass man Ungerechtigkeit beendet. Für alle. Nicht nur für die, die jahrelang benachteiligt wurden.

Ich bin für Gleichstellung. Aber Gleichstellung bedeutet nicht, dass man eine Ungerechtigkeit durch eine andere ersetzt. Gleichstellung bedeutet dass man die beste Person nimmt. Immer. Ohne Rücksicht auf das Geschlecht.

Wer das nicht versteht, hat nicht verstanden was Gerechtigkeit bedeutet.

Und wer Menschen entlässt nur um eine Quote zu erfüllen, betreibt keine Gleichstellung. Er betreibt Ideologie. Und Ideologie hat noch nie Menschen geholfen. Sie hat nur Kategorien geholfen.

Aber Menschen sind keine Kategorien. Sie sind Menschen. Und sie verdienen Gerechtigkeit. Alle. Nicht nur die, die gerade im Fokus stehen.

Ich stimme Precht in großen Teilen zu. Das bedeutet nicht, dass ich für "traditionelle Geschlechterrollen" bin. Es bedeutet nicht dass ich glaube, Frauen gehörten zurück an den Herd. Und es bedeutet nicht, dass ich die strukturellen Benachteiligungen leugne die Frauen jahrzehntelang erlebt haben.

Es gibt Parteien und Bewegungen die ähnliche Kritik äußern wie Precht. Die gegen Gendern sind. Die von "Gender-Ideologie" sprechen. Die behaupten Männer seien die eigentlich Benachteiligten. Aber sie tun das nicht, weil sie Gerechtigkeit wollen. Sie tun es, weil sie zurück wollen. Zurück zu einer Ordnung, in der Frauen keine Macht hatten. Zurück zu einem System, das Frauen systematisch ausgeschlossen hat.

Das ist nicht meine Position. Das ist das Gegenteil meiner Position. Ich bin nicht gegen Frauen in Führung. Ich bin gegen Ungerechtigkeit. Gegen jeden. Egal, wen sie trifft.

Ich bin nicht für "natürliche Unterschiede" oder "traditionelle Rollen". Ich bin für Kompetenz. Für Leistung. Für Menschen die führen können, unabhängig vom Geschlecht.

Und ich bin nicht gegen Gleichstellung. Ich bin gegen Ideologie die sich als Gleichstellung tarnt, aber in Wahrheit nur alte Ungerechtigkeit durch neue ersetzt.

Das ist der Unterschied. Und der ist wichtig.

Wer meine Kritik an Quoten und Bevorzugung als Argument gegen Gleichstellung missbraucht, hat sie nicht verstanden. Wer sie nutzt um Frauen zurückzudrängen, hat sie nicht verstanden. Und wer glaubt dass Gleichstellung bedeutet, zurück zu einer Ordnung zu gehen in der nur Männer Macht hatten, hat sie nicht verstanden.

Gleichstellung bedeutet: Alle haben die gleichen Chancen. Alle werden nach Leistung beurteilt. Alle werden als Menschen gesehen, nicht als Kategorien.

Das gilt für Frauen. Und das gilt für Männer.

Wer das nicht versteht, will keine Gerechtigkeit. Er will nur eine andere Form der Ungerechtigkeit.

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